Die 24te Internationale Konferenz des Roten Kreuzes beschließt,
eingedenk der wichtigen Rolle, die Rotkreuz-Gesellschaften in nationalen Blutspendediensten, besonders in der Förderung freiwilliger, unentgeltlicher Blutspenden, zukommt, unter Bezugnahme auf Resolution 28.72 der Versammlung der Weltgesundheitsorganisation (1975 in Genf) über die Verwendung und Bereitstellung von menschlichen Blutspenden und Blutprodukten; den Beschluss der Generalversammlung der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusion (1980 in Montreal), der Mitglieder dazu verpflichtet jede Anstrengung zu unternehmen, ethische, medizinische und technische Standards von Bluttransfusionstechniken zu optimieren gemäß des ethischen Kodex jener Gesellschaft sowie vorausgehender Empfehlungen, die von den Verwaltungsorganen des Internationalen Roten Kreuzes eingeführt wurden, im Wissen um die Zustimmung zum ethischen Kodex durch die Internationale Gesellschaft für Bluttransfusion und die International Group of Red Cross Blood Transfusion Experts sowie der zweiten Sitzung der Generalversammlung der Liga der Rotkreuz-Gesellschaften,
in Anerkenntnis der Notwendigkeit sowohl Blutspendern, als auch Empfängern optimalen Schutz zu bieten, den folgenden ethischen Kodex der Internationalen Gesellschaft für Bluttransfusionen anzunehmen und hält sämtliche nationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften dazu an, ihre jeweiligen Gesundheitsbehörden davon in Kenntnis zu setzen und auf die Umsetzung und weitestmögliche Verbreitung zu drängen.

ETHISCHER KODEX FÜR BLUTSPENDEN UND BLUTTRANSFUSIONEN - 1980

Ziel dieses Kodex ist, geltende Grundsätze und Regeln im Bereich Bluttransfusionen festzulegen, die als Grundlage für nationale Gesetzgebung und Bestimmungen dienen sollen.

  1. Der Spender
    1. Die Blutspende muss unter allen Umständen freiwillig sein; auf den Spender darf keinerlei Druck ausgeübt werden.
    2. Der Spender soll über alle Risiken aufgeklärt werden, die mit der Blutentnahme zusammenhängen; seine Gesundheit und Sicherheit müssen ständig im Auge behalten werden.
    3. Finanzieller Nutzen darf weder für den Spender, noch für denjenigen Beweggrund sein, der für die Blutentnahme zuständig ist. Die freiwillige, unentgeltliche Blutspende soll stets gefördert werden.
    4. Die Anonymität des Spenders und des Empfängers muss - von Sonderfällen abgesehen - gewahrt bleiben.
    5. Bei der Blutspende darf keine nachteilige Unterscheidung auf Grund von Rasse, Staatsangehörigkeit oder Religion gemacht werden.
    6. Die Blutentnahme muss unter der Gesamtverantwortung eines Arztes ausgeführt werden.
    7. Die Häufigkeit von Blutspenden und die Menge der Blutentnahme entsprechend dem Geschlecht und Gewicht des jeweiligen Spenders sowie obere und untere Altersgrenzen für Blutspenden sollen durch Richtlinien geregelt werden.
    8. Sowohl die Spender, als auch die Blutspenden müssen Testverfahren unterzogen werden, die jegliche Abnormalitäten nachweisen , die dazu führen könnten, dass die Spende:
      1. eine Gefahr für den Spender darstellt,
      2. dem Empfänger einen Schaden zufügen könnte.
    9. Plasmaspenden durch Plasmapherese sollen separat geregelt werden, wobei folgendes festzulegen ist:
      1. zusätzliche Tests, die der Spender durchlaufen muss,
      2. die maximale Plasmamenge, die in einer Spende entnommen werden darf,
      3. die Mindestzeit, die zwischen zwei Plasmaspenden liegen muss,
      4. die maximale Plasmamenge, die innerhalb eines Jahres entnommen werden darf.
    10. Leukozyten-, sowie Thrombozytenspenden durch Zytapherese sollen separat geregelt werden, wobei folgendes festzulegen ist:
      1. die Informationen, die dem Spender zur Verfügung gestellt werden müssen, über jegliche Medikamente, die ihm verabreicht werden, sowie die Risiken die mit der Spende zusammenhängen,
      2. zusätzliche Tests, die der Spender durchlaufen muss,
      3. die Anzahl von möglichen Spenden innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
    11. Die gezielte Immunisierung von Spendern unter Anwendung von exogenen Antigenen, die Produkte mit bestimmten diagnostischen bzw. therapeutischen Wirkungsweisen hervorbringen sollen, sollen separat geregelt werden, wobei folgendes festzulegen ist:
      1. die Informationen, die dem Spender zur Verfügung gestellt werden müssen, über die Substanz, die ihm verabreicht wird, sowie die damit verbundenen Risiken,
      2. zusätzliche Tests, die der Spender durchlaufen muss,
    12. Der Spender muss über einen ausreichenden Versicherungsschutz gegen die Risiken, die mit Blut-, Plasma- bzw. Zellspenden verbunden sind, verfügen, sowie gegen Immunisierungsrisiken.
      1. N. B. Die Sonderregelungen unter den obigen Punkten 9, 10 und 11 dienen der Absicherung des Spenders. Nachdem der Spender über das Vorgehen und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt wurde, muss er eine Einverständniserklärung unterzeichnen. Spender, die gegen Erythrozytenantigene immunisiert sind, sollen eine spezielle Karte erhalten, die sowohl die Antikörper, als auch die Einzelheiten zu geeigneten Blutpräparaten ausweist, falls der Spender selbst eine Bluttransfusion benötigt.
  2. Der Empfänger
    1. Ziel der Transfusion ist es, für den Empfänger die optimale Therapie mit einem Maximum an Sicherheit zu kombinieren.
    2. Vor der Transfusion von Blut bzw. Blutprodukten, ist eine schriftliche, von einem Arzt unterschriebene, oder unter seiner Verantwortung gestellte Anforderungen auszufüllen, welche die Identität des Empfängers sowie die Art und Menge der zu verabreichenden Substanzen enthält.
    3. Die notfallmäßige Verwendung von Blut der Blutgruppe 0 bzw. von Erythrozytenkonzentraten ausgenommen, erfordert jede Transfusion eine vorausgehende Blutgruppenbestimmung beim Empfänger sowie eine Verträglichkeitsprüfung zwischen Spender und Empfänger.
    4. Vor der Verabreichung von Blut bzw. Blutprodukten, muss sichergestellt werden, dass diese korrekt zugeordnet sind und dass das Verfallsdatum nicht überschritten ist. Die Identität des Empfängers muss überprüft werden.
    5. Der Transfusionsvorgang muss unter der Gesamtverantwortung eines Arztes stattfinden.
    6. Falls während oder nach der Verabreichung von Blut bzw. Blutprodukten eine Reaktion auftreten sollte, sind ggf. erforderliche Untersuchungsmaßnahmen zur Ermittlung der Ursache der Reaktion sowie zur Vermeidung eines wiederholten Auftretens einzuleiten. Eine solche Reaktion kann die Unterbrechung des Transfusionsvorgangs bedeuten.
    7. Blut und Blutprodukte dürfen nur dann verabreicht werden, wenn sie medizinisch indiziert sind. Weder für den verordnenden Arzt, noch für die behandelnde Einrichtung darf ein finanzieller Vorteil entstehen.
    8. Unabhängig von ihren finanziellen Ressourcen müssen alle Patienten in gleichem Maße Zugang zu Blutspenden und Blutprodukten haben; deren Verfügbarkeit soll die einzige Abhängigkeit sein.
    9. Soweit als möglich soll der Patient ausschließlich die Komponenten verabreicht bekommen (Zellen, Plasma bzw. Plasmaderivate), die notwendig sind. Wenn ein Patient, der nur Komponenten benötigt, eine Vollblutspende erhält, könnten anderen Patienten benötigte Komponenten vorenthalten werden und dem Empfänger könnten darüber hinaus zusätzliche Risiken entstehen.
    10. Da Blut dem Menschen entnommen wird und nur in begrenztem Maße verfügbar ist, liegt es sowohl im Interesse des Empfängers, als auch des Spenders Missbrauch und Verschwendung zu vermeiden.
    11. Um eine optimale Verwendung von Blut und Blutprodukten zu gewährleisten, muss zwischen verordnenden Ärzten und Mitarbeitern im Blutspendewesen ein regelmäßiger Austausch stattfinden.
  3. Kontrollen
    1. Um zu überprüfen, ob Bluttransfusionen den international gültigen Standards sowie den Richtlinien bzw. Vorschriften in Übereinstimmung mit diesem Kodex genügen, sollten die Gesundheitsbehörden entsprechende Kontrollmaßnahmen etablieren.
    2. Die folgenden Kriterien sollten einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen werden:
      1. die fachliche Eignung des Personals,
      2. die Angemessenheit der Ausstattung und Einrichtungen,
      3. die Qualität der Methoden und Reagenzien, Ausgangsmaterialien und Endprodukte.

Hier finden Sie Informationsbroschüren rund um das Thema Blutspenden. Diese Broschüren finden sie in gedruckter Form bei jedem Blutspendetermin.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Blut ist ein Organ

Ausgehend von den Urzellen des Blutes, den so genannten Stammzellen,
entwickeln sich im schwammartigen Gerüst des roten Knochenmarks (Blutbildendes Mark),
überwiegend in den platten Knochen wie Brustbein und Beckenknochen,
die unterschiedlichsten Blutzellen.

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Blut ist eine undurchsichtige rote Flüssigkeit, die ständig im Kreislauf fließt.
Über das Kreislaufsystem erreicht das Blut alle Organe im menschlichen Körper
und versorgt sie mit lebenswichtigen Stoffen. Blut ist also ein Transportmittel und praktisch
mit allen Körperfunktionen aufs engste verknüpft. Beim Erwachsenen beträgt das zirkulierende
Blutvolumen ca. sechs bis acht Prozent
seines Körpergewichts.
Die einen werden bei seinem Anblick ohnmächtig, die anderen gewissermaßen damit wieder zum Leben erweckt. Blut, jene Flüssigkeit, von der der Mensch durchschnittlich fünf bis sechs Liter in seinen Adern hat. In ungezählten Fällen retten Blutkonserven Leben, werden Blutspender zu anonymen Lebensrettern. Das Deutsche Rote Kreuz hat ein ausgeklügeltes System entwickelt, nach dem der gespendete "Lebenssaft" gesammelt, konserviert und verteilt wird. Eines stellen die Verantwortlichen beim DRK allerdings klar: Geld will mit dem Blutspenden niemand verdienen.
Der Blick wandert durchs Krankenzimmer. Steril und nüchtern die Wände, funktional die Ausstattung, nur das Piepsen des EKG unterbricht in fragwürdiger Monotonie. Zeit nachzudenken. Noch vor wenigen Tagen war Bernhard W. ein Mann "voll aus dem Leben". Einer von denen auf der Sonnenseite des Lebens, denen nie etwas passiert.
Eine Illusion, die in wenigen Sekunden auf der linken Autobahnspur nach Bruchsal von der Realität überholt wurde. Ein Schreck, Bremsen quitschen - ohne kurzes ohrenbetäubendes Krachen! Und jetzt liegt der Erfolgsmensch auf der Intensivstation und weiß, daß er sein (Über-) Leben ausschließlich anderen zu verdanken hat.
Natürlich dem Ärzteteam, zuerst im Rettungswagen und dann im OP. Bei denen will sich Bernhard W. auch herzlich bedanken, wenn alles vorüber ist. Doch seine wahren Lebensretter wird er niemals kennenlernen. Sie bleiben in der anonymen Masse derer, die ohne jeden Eigennutz beim Dienst am Menschen Maßstäbe setzen: die Frauen und Männer, die regelmäßig beim Deutschen Roten Kreuz ihr Blut spenden.
Aus freien Stücken und unentgeltlich waren es exakt 808.714 Frauen und Männer in Baden-Württemberg, die 2001zum freiwilligen Aderlass antraten. Kaum einer von ihnen denkt dabei an konkrete Unfallopfer, aber alle wissen, daß ihr Blut in die richtigen Kanäle fließen wird. Das garantiert der DRK-Blutspendedienst.
Zum Beispiel im Institut mit Sitz in Baden-Baden. Dort sorgen 200 Spezialisten in einem 24-Stunden-Service dafür, dass 200 Krankenhäuser ausreichend mit Blutkonserven versorgt sind. Das Blut wird - und da nimmt Thomas Herzfeld, der Breitscheider Öffentlichkeitsbeauftragte, kein Blatt vor dem Mund - verkauft. 115 Mark kassiert das Institut für ein Konzentrat roter Blutkörperchen.
Und das, obwohl die Spender ihr Blut kostenlos zur Verfügung stellen? "Nicht das Geld, sondern die Hilfsbereitschaft muß Triebfeder für die Spendebereitschaft sein. Das eingenommen Geld dürfen wir selbstverständlich nur für Zwecke ausgeben, die direkt mit dem Blutspenden zusammenhängen. Den DRK-Ortsvereinen können wir lediglich die Kosten erstatten, die bei den Spendeterminen vor Ort entstehen", versichert Herzfeld.
Immerhin ist der Spendedienst als gemeinnützige Einrichtigjung in der Lage, sich selber zu tragen. Vor den unabhängigen Wirtschaftsprüfern und Vertretern der Landesregierung, die in Breitscheid regelmäßig auf der Matte stehen, hat man keine Angst. Ganz abgesehen davon, daß der Blutspendedienst kaum ein Spendelokal kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt, macht ein Blick ins Zentrum in Ratingen schnell klar, daß das Geld im Sinne der Bürger bestens investiert ist. Eine bemerkenswerte Logistik sorgt dafür, daß aus den Spenden, die im ganzen Land eingesammelt werden, ein lebensrettendes Elixier entsteht. Auf Kühlplatten kommt das kostbare Gut in der Warenannahme an und wird per EDV peinlich genau registriert.
Dann folgt die Untersuchung, den "Sicherheit" ist der Leitfaden, an dem sich alle weiteren Schritte orientieren. Akribisch wird jede einzelne Spende auf HIV, Hepatitis B und C, Syphilis, schlechte Leberwerte, Blutgruppen-Antikörper sowie Blutgruppen und Rhesus-Faktoren untersucht. Ein Service, der gleichermaßen Spender wie potentielle Empfänger schützt. Bei positivem Befund wird die Konserve ohne Wenn und Aber vernichtet.
Anschließend wird die Spende zerlegt: in Rote Blutkörperchen, in Plasma und Blutplättchen. Und jeder Patient soll soll nur den Teil injiziert bekommen, der ihm fehlt. Ganz abgesehen davon, daß die Bestandteile unterschiedlich lange Haltbarkeiten haben.
900 bis 1.200 Spenden können täglich "verarbeitet" werden. Wozu auch ein aufwendiges Dokumentationssystem gehört. Selbst nach 30 Jahren ist der Werdegang jeder einzelnen Spende rekonstruierbar, was die Rechtssicherheit aller Beteiligten erhöht. Eine Entnahmestation existiert natürlich auch in Breitscheid selbst. In Kühlschränken warten die Konserven dann auf ihren lebensrettenden Einsatz. Entweder über die turnusmäßigen Verteilfahrten oder per Direkt-Abruf im Notfall.
So glatt die Organisation auch läuft, nie wird sich ein Blutspendedienst aus seiner ihm eigenen Abhängigkeit lösen können: von der Spendebereitschaft der Menschen. Wären die Durlacher allerdings auf dem Zustrom aus Karlsruhe angewiesen, sie säßen sozusagen auf dem Trockenen. Gerade mal ein Prozent der hiesigen Großstadt traut sich an die Nadel, womit die Stadt mit den beiden "A" am Namensanfang landesweit in der Spendebereitschaft ganz am Ende rangiert. "Dabei merkt man den Pikser kaum", macht Anke W. vom DRK Ortsverein Durlach e.V. Mut.Die ganze Prozedur inklusive Anmeldung, diverser Messungen und Untersuchungen, Ausfüllen des Spenderpasses bis hin zur Blutabgabe dauert deutlich weniger als eine Fußballhalbzeit.
Und dennoch kommt eine runde Sache dabei heraus. Angst vor gesundheitlichen Schäden sind absolut unbegründet. Erstens werden nur gesunde Menschen "angezapft" und zweitens haben Studien erwiesen, daß neugebildetes Blut cholesterinfrei ist, die Abwehrkräfte aktiviert und das Herzinfarktrisiko senkt. Bis zu vier mal pro Jahr kann der gesunde Mensch risikolos Blut spenden. In erster Linie profitiert jedes Unfallopfer von der Spendebereitschaft. Der Spender selbst kann hoch erhobenen Hauptes von sich sagen, seinen Teil zu einer solidarischen Gesellschaft geleistet zu haben. Jeder von ihnen ist garantiert ein Lebensretter.

BlutspenderNet

Blutspender.net – Die DRK-Blutspender-Community

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Abbild: Logo des DRK Blutspendedienstes

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